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Essentielles Ziel ist die Entwicklung einer Infrastruktur zur wertschöpfungswirksamen Implementierung von wissenschaftlichen Forschungs- und Entwicklungsergebnissen im ländlichen Raum, zur Stärkung von Daseinsvorsorge und Lebensraumwert – hier im Komplex landwirtschaftlicher Erzeugung und Verarbeitung.

Situation

Die Verknüpfung von wissenschaftlicher Arbeit mit Aufgaben zu technischen Entwicklungen stellt mithin die Basis für neue, effizientere oder optimierte technische Lösungen dar. Die Generierung möglicher Wertschöpfung daraus, ist meist auf eine industrielle Anwendung in einzelnen Unternehmen oder im besten Fall auf eine Branchenlösung beschränkt. Außerdem liegt der Fokus dabei auf einem sogenannten marktgängigen bzw. marktfähigen Geschäftsmodell der jeweiligen Industriepartner. Eher selten erfolgt dabei eine Partizipation der regionalen öffentlichen Daseinsvorsorge oder eine Aufwertung des Lebensraumes über gesetzliche Rahmenbedingungen hinaus. Eine Wertschöpfung in der Breite, also disziplinübergreifend und zivilgesellschaftlich wirksam, ist daher die Herausforderung für eine nachhaltige Strukturentwicklung.

Das Modellvorhaben „Landstadt Reichenbach/O.L. 2030“ kennzeichnet drei tragende Säulen primärer Wertschöpfung, die jeweils Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge unterstützen sollen. Zum einen die Landwirtschaft , zum anderen die Energiegewinnung und zum dritten die praktische Ausbildung in den beiden vorgenannten Sektoren. Dafür steht die Fläche der Gebietskörperschaft zur Verfügung. Während die Energiegewinnung ihren Wertschöpfungsanteil stetig ausbauen kann, ist der Anteil aus landwirtschaftlicher Erzeugung auf 2-4% der Gesamtwertschöpfung im ländlichen Raum geschrumpft obwohl hier überwiegend mehr als 50% der Fläche bearbeitet wird. Ursache ist in hohem Maße die stetige Industrialisierung der vergangenen Jahrzehnte bei der Bereitstellung von Technik, Saatgut sowie von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln einerseits und der Verarbeitung und Vermarktung der Feldfrüchte andererseits. Dieser stille, im ländlichen Raum fast ausschließlich mit negativen Folgen vollzogene, Strukturwandel zeigt sich gegenwärtig in wachsenden Problemen für die gesamte Gesellschaft.

Der innovative Ansatz dieser „Grünen Fabrik“ entstand mit dem Anspruch, ein schlüssiges ganzheitliches System von der Technologieentwicklung bis zur wirtschaftlichen Nutzung zu realisieren. Wobei der Fokus wirtschaftlicher Nutzung auch die kommunale Daseinsvorsorge einschließt.

Systemmodell » Strukturmodell

Dieser Entwicklung soll im „Landstadt“- Modellvorhaben entgegengewirkt werden, indem innovative, nachhaltige Technologieanwendungen beispielhaft das Wertschöpfungspotenzial vor Ort stärken. Aufbauend auf Technologieentwicklungen aus dem etablierten Forschungs- und Entwicklungs-programm LaNDER³ der Hochschule Zittau/Görlitz sollen in Reichenbach/O.L. diese in einem innovativen Fertigungsgebäude die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte und pflanzlicher Rohstoffe aus umliegenden Aufkommen ermöglichen. Der innovative Ansatz dieser „Grünen Fabrik“ entstand mit dem Anspruch, ein schlüssiges ganzheitliches System von der Technologie-entwicklung bis zur wirtschaftlichen Nutzung zu realisieren. Wobei der Fokus wirtschaftlicher Nutzung auch die kommunale Daseinsvorsorge einschließen soll.

Diese Fabrik nach dem SKID- Konzept (Systemisch-Kollaborativ-Intelligent-Disruptiv) soll in Reichenbach/O.L. als erweiterte kommunale Infrastruktur die Handlungsmöglichkeiten vorhandener und hinzukommender Kleinwirtschaft genauso unterstützen, wie die Etablierung modernster Technologien der Herstellung pflanzenbasierter Werkstoffe oder die Implementierung effizienter klimaneutraler Energie.

Die Systemidee beruht auf der Nutzung einer zentralen hydraulischen Hubplattform in einem mehrgeschossigen Gebäude in Industriebau-Standard. Durch diese Hubplattform kann jedes Geschoss bedient werden, sowohl mit SKID’s als auch mit Material oder anderweitiger Ausrüstung. Dadurch werden enorme Flexibilität und Gestaltungsmöglichkeiten sowohl in der Anordnung der Verarbeitungsbereiche als auch in der Kombination horizontaler und vertikaler Prozessabläufe erreicht. Ein zusätzlicher Effekt ist die Möglichkeit, in einem stetigen Entwicklungsprozess SKID’s auszutauschen und somit die Fabrik technologisch immer „up to date“ zu halten. Auch für saisonale Verarbeitungsprozesse kann die SKID-Anordnung entsprechend variiert werden. Am Standort Reichenbach/O.L. sollen vor allem folgende SKID’s in die Fabrik integriert werden:

» Prozesstechnologien zur Herstellung von Naturfaserwerkstoffen

» Technologien effizienter Energieumwandlung und –speicherung

» Anlagen für additive Fertigungsverfahren

» Open Workspaces für lokale Akteure (Gemüse-, Obst., Fisch-, Milchverarbeitung, etc.)

Systemmodell » Verhaltensmodell

Mit der SKID-Fabrik kann die global etablierte Paletten- und Containerlogistik auf Verarbeitungs- und Herstellungsprozesse übertragen werden. So wie 1956 das erste Containerschiff den Atlantik überquerte und heute 95% des globalen Handels mit Containern abgewickelt wird, könnte SKID die Zukunft flexibler, automatisierter und stetig refreshbarer Fertigungsprozesse werden. In der SKID Tower Factory können Prozesse von handwerklicher Arbeit bis hin zu digital automatisierten Verknüpfungen (Industrie 4.0) unabhängig parallel oder kombiniert stattfinden. Die Betriebs- und Prozessinfrastruktur beruht auf digitaler und durch künstliche Intelligenz geprägter Arbeitsweise. Damit kann SKID als Wertschöpfungsinfrastruktur besonders im ländlichen Raum fast alle relevanten Handlungsoptionen individueller diversifizierter Verarbeitung erfüllen und in kompakter Form konzentrieren. Die Logistikprozesse extern-intern sind auf das Erdgeschoss beschränkt. Hier werden Material angeliefert und Produkte abgeholt. Es wird davon ausgegangen, dass der Anteil über das Internet gehandelter Waren stetig zunimmt.

Wirkungsmodell » Strukturmodell

Wirkungen der SKID Tower Factory können wie folgt abgeleitet werden: Struktur/Wirtschaft

 Neue Verarbeitungsmöglichkeiten für Erzeugnisse aus Garten- und Landbau sowie Landschaftspflege

 Stärkung der regionalen Landwirtschaft durch Verarbeitungssog

 Stärkung der regionalen Daseinsvorsorge

 Aktivierung des stillgelegten Rinderstall-Geländes in Oberreichenbach

 kaum Zusätzliche Verkehrsbelastung durch Logistik

 kein Zusätzlicher Energieverbrauch

Zivilgesellschaft

 Erhöhte regionale Wahrnehmung der Stadt Reichenbach/O.L. als Grundzentrum

 Zusätzliche nachhaltige Arbeitsmöglichkeiten

 Perspektiven durch Ausbildung in technologiegeprägten Berufen

 Neues landschaftsbildprägendes Gebäude

Umwelt

 Keine zusätzliche Flächenversieglung

 Förderung naturnaher Landwirtschaft

 Ressourcenschonung durch Kreislaufwirtschaft

 Nutzung erneuerbarer Energien

© Gemeinnützige Forschungsgesellschaft für dezentrale Energiesysteme e.V. ♦ An der Dorfstraße 2, 02894 Reichenbach(OL) OT Mengelsdorf ♦ Tel.: 03585/405454, Fax: 03585/470213
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